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EMDR online: zuerst den sicheren Rahmen, dann die BLS planen

EMDR Flow Ratgeber · 8 Minuten Lesezeit · professionelle Fernbehandlung

Therapeutin steuert zwei Lichtreize für bilaterale Stimulation über verbundene Geräte

EMDR online ist nicht einfach eine Praxisstunde vor einer Kamera. Die Fachperson sieht weniger vom Umfeld, eine Verbindung kann abbrechen, und bei starker Aktivierung muss ein belastbarer Plan greifen. Technik ist daher nur ein Baustein. Bevor eine Form bilateraler Stimulation gewählt wird, müssen Eignung, Datenschutz, Kontaktwege und Sicherheit geklärt sein.

Veröffentlichte Untersuchungen zu remote durchgeführtem EMDR berichten ermutigende Ergebnisse, die Studienlage ist aber noch klein und methodisch uneinheitlich. Daraus folgt keine allgemeine Gleichwertigkeit mit Präsenzbehandlung. Eine qualifizierte Fachperson entscheidet im Einzelfall und beachtet Berufsrecht, Versicherung, Datenschutz sowie Empfehlungen der zuständigen Organisationen.

Eignung ist keine einmalige Technikprüfung

Eine stabile Internetverbindung genügt nicht. Prüfen Sie aktuelle Stabilität und Risiken, die Fähigkeit zur Plattformnutzung, Privatsphäre am Ort und erreichbare Unterstützung. Besprechen Sie auch, was geschieht, wenn jemand den Raum betritt, das Gerät ausfällt oder die Person die Sitzung nicht sicher fortsetzen kann.

Die Einschätzung wird im Verlauf wiederholt. Ein Format, das in der Vorbereitung gut funktionierte, kann für eine bestimmte Zielerinnerung oder an einem belasteten Tag ungeeignet sein. Rückkehr zu Stabilisierung, Wechsel der Modalität oder Verschiebung sind fachliche Optionen und kein technisches Scheitern.

Technikplan und Sicherheitsplan gehören zusammen

Bestätigen Sie vor der Verarbeitung Identität und aktuellen Aufenthaltsort, Rückrufnummer sowie lokale Notfallressourcen. Vereinbaren Sie ein deutlich sichtbares Stoppsignal, eine Vorgehensweise bei Verbindungsabbruch und wer den Kontakt wieder aufnimmt. Die spezifische Einwilligung zur Videosprechstunde und Grenzen der Plattformvertraulichkeit gehören in die Dokumentation.

BLS in einer fachlich geführten Sitzung steuern

EMDR Flow synchronisiert visuelle, akustische und haptische Reize auf den Geräten von Fachperson und Patientin. Leitung und klinische Verantwortung bleiben beim Menschen.

iOS-Werkzeug ansehen

Klinische Kontrolle über die bilaterale Stimulation behalten

Ein Fernwerkzeug sollte der Fachperson erlauben, die Stimulation eindeutig zu starten, anzuhalten und anzupassen. Die Patientin muss ebenfalls sofort unterbrechen können und im Kontakt bleiben. Geschwindigkeit, Dauer und Modalität sind keine universellen Voreinstellungen, sondern werden in Bewertung und beobachtete Reaktion eingebettet.

Ein Stimulationslink darf nicht wie eine eigenständige Behandlung dargestellt werden. EMDR Flow überträgt visuelle, akustische oder haptische Signale unter Kontrolle der behandelnden Fachperson. Die App wählt kein Ziel, bewertet keine Risiken und führt keine EMDR-Behandlung ohne Therapeutin durch.

Evidenz vorsichtig und transparent kommunizieren

Systematische Übersichten beschreiben Machbarkeit und vielversprechende Resultate in ausgewählten Kontexten. Die Zahl der Studien und die Vergleichbarkeit der Methoden sind jedoch begrenzt. Eine generelle Gleichwertigkeit mit Präsenzsitzungen lässt sich daraus nicht ableiten. Diese Unsicherheit gehört in Aufklärung und Erwartungsmanagement.

Überprüfen Sie Ihre Verfahren regelmäßig, weil Regeln zu Telemedizin, Datenschutz und grenzüberschreitender Behandlung veränderlich sind. Vorgaben von Fachverband, Ausbildungsinstitut, Berufsaufsicht und Versicherer stehen über einer Informationsseite und über den Möglichkeiten einer App.

Dokumentieren Sie nicht nur die gewählte Plattform, sondern auch die klinische Begründung für das Fernformat und vereinbarte Ausweichwege. So bleibt später nachvollziehbar, welche Bedingungen geprüft wurden und weshalb die Entscheidung an diesem Zeitpunkt vertretbar erschien.

Häufige Fragen

Ist EMDR online für alle Patientinnen geeignet?

Nein. Die Eignung hängt von klinischer Einschätzung, Risiken, Stabilität, Umgebung, Technik und Rechtsrahmen ab. Eine qualifizierte Fachperson muss sie im Verlauf immer wieder neu prüfen.

Kann eine BLS-App die Sitzung führen?

Nein. Sie kann Reize unter Kontrolle der Fachperson übertragen. Zielauswahl, Bewertung, Tempo, Sicherheit, Abschluss und alle klinischen Entscheidungen bleiben Aufgabe einer entsprechend qualifizierten Behandlerin.

Professionelle Referenz: EMDRIA-Bericht zu virtueller EMDR-Praxis.

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